Weg der Geschichte Bornheims

Leben in Bornheim - Die Geschichte der schulischen Bildung
Die schulische Bildung in Bornheim entwickelte sich über Jahrhunderte in enger Verbindung mit Kirche, Gemeinde und gesellschaftlichem Wandel. Erste Hinweise auf schulischen Unterricht reichen in die Zeit der Reformation zurück. Während im Jahr 1556 noch von einem fehlenden Schulwesen die Rede ist, bestand wenig später bereits eine Schule mit einem protestantischen Schulmeister. Mit der Gegenreformation entstanden parallel katholische Bildungsstrukturen, sodass Bornheim über lange Zeit zwei konfessionell getrennte Schulen unterhielt.
Beide Konfessionen verfügten über eigene Schulhäuser. Das katholische Schulhaus befand sich neben dem alten Pfarrhaus im Unterdorf. Heute ist dort das Gasthaus „Zum Lehrer Lämpel“ verortet (Bild: Früheres katholisches Schulhaus, heute Gasthaus „Lehrer Lämpel“). Das protestantische Schulhaus stand in der Nähe der protestantischen Kirche im Oberdorf. In beiden Gebäuden waren Unterrichtsraum, Lehrerdienstwohnung und Nebengebäude untergebracht. 1826 errichtete die Gemeinde ein gemeinsames Schulhaus im Unterdorf, in dem beide Konfessionen zwar unter einem Dach, aber weiterhin getrennt unterrichtet wurden. Aufgrund steigender Schülerzahlen entstand 1867 erneut ein eigenes protestantisches Schulhaus mit großem Schulsaal und Lehrerdienstwohnung. Dieses Gebäude ist bis heute erhalten und wird seit 1991 als Rathaus der Ortsgemeinde Bornheim genutzt.
Der Unterricht umfasste alle Jahrgänge in jeweils einer Klasse. Lesen, Schreiben, Rechnen und Religionsunterricht bildeten die Grundlagen, ergänzt durch Gesang und praktische Tätigkeiten. Die Lehrer standen vielfach im Dienst der Kirche und übernahmen zusätzlich Aufgaben als Mesner, Organisten oder Gemeindeschreiber. (Bild: Lehrer Treber, ca. 1915)
Die politischen Umbrüche der Französischen Revolution brachten tiefgreifende Veränderungen. Kurzzeitig wurde eine religionsfreie Schule eingeführt, bevor unter napoleonischer und später bayerischer Verwaltung erneut konfessionelle Strukturen dominierten. Ab 1817 lag die Verantwortung für die Schulen bei der Gemeinde, während die geistliche Schulaufsicht erhalten blieb.
Ein bedeutender Schritt erfolgte 1824 mit der Einrichtung einer Freischule: Das Schulgeld wurde abgeschafft, und die Gemeinde stellte dauerhaft Mittel für den Schulbetrieb bereit (Bild: Schulklasse Jahrgang 1920/21, in der Mitte Lehrer Pressler). Erst mit der Einführung der Verbandsschule Dammheim-Bornheim im Jahr 1964 endete der Schulbetrieb in den historischen Schulhäusern endgültig.
Die Geschichte der schulischen Bildung in Bornheim spiegelt damit nicht nur pädagogische Entwicklungen wider, sondern auch konfessionelle, politische und soziale Veränderungen eines Dorfes im Wandel der Zeit.