Weg der Geschichte Bornheims

Bornheimer Lebensart - 1050 Jahre Musik und Lebensfreude

Die Musikgeschichte in der Pfalz

Renaissance-Schalmeien

Auch im Jahr 976 wurde schon Musik gemacht. In der Südpfalz waren wohl die gleichen Instrumente verbreitet wie im restlichen europäischen Raum. Die Region um Bornheim war durch die Nähe zu Handelswegen nach Speyer mit wandernden Spielleuten und ihrer Musik vertraut. Die Instrumente waren die Sackpfeife (Dudelsack), Fidel und Laute. Bei Hirten waren Flöten und die lauten Schalmeien (Bild: Renaissance-Schalmeien) täglich im Gebrauch.

In den Klöstern und Kirchen wie dem Speyerer Dom dominierte der gregorianische Choral, ein einstimmiger, lateinischer Kirchengesang. Hier kamen im 11. Jahrhundert frühe Orgelformen zum Einsatz. Auch die Harfe war schon bekannt und wurde in herrschaftlichen Kreisen zur Begleitung des Minnegesangs geschätzt. Trompeten und Hörner dienten oft zu Repräsentationszwecken bei Hofe.

Geige, um 1900

In Bornheim hörte man die Musik vorwiegend in der Kirche als Choral, später, im 17. und 18. Jahrhundert, wurden Orgeln zum zentralen Instrument. Weltliche Musik wurde nur zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Kerwe (Kirchweih) oder Erntedank gespielt. Durchreisende Spielleute brachten neben neuen Nachrichten auch populäre Tanzmusik ins Dorf (Bild: Geige, um 1900).

Im 19. Jahrhundert entstanden überall in der Pfalz Chöre als Ausdruck bürgerlicher Freiheit und Geselligkeit. Die Bornheimer Chorgemeinschaft lässt sich bis ins Jahr 1850 zurückverfolgen. Der Gesangverein Concordia e.V. Bornheim wurde 1876 von Lehrer Treber gegründet und blickt somit auf eine 150- jährige Vereinstätigkeit zurück. Neben der Pflege des Liedguts hat der Verein auch das Gemeinschaftswesen gefördert.

Mit dem Aufkommen der elektronischen Medien wie Hörfunk und Fernsehen verbreitete sich populäre Musik rasend schnell. Mit Schellackplatte (Bild: Phonograph um 1900), Schallplatte, Tonband, Musikkassette und CompactDisc war es auf einmal möglich, sich die Musik nach Hause zu holen. Die Musikstile vermischten sich zusehends von volkstümlicher Blasmusik, geselliger Mundartlieder (Palzlied) hin zu Schlagern, Rock’n’Roll und Pop-Songs.

Seit es durch das Internet Streamingdienste gibt, kann sich praktisch jeder seine eigene Playlist zusammenstellen. Das Radio ist jedoch immer noch präsent, ob zuhause beim Kochen, im Auto auf dem Weg zur Arbeit, auf dem Trecker beim Ackern oder beim Chillen mit einem Glas Bornemer Wein.