Weg der Geschichte Bornheims

Handel und Gewerbe - 1050 Jahre Handwerk, Handel und Gewerbe in Bornheim

Korbmacher Heinrich Cattor mit Gertrud Cattor, um 1940

Neben dem Weinbau gab es in Bornheim noch weitere Gewerke, welche den Einwohnern ein bescheidenes Einkommen sicherten. Da wären zum Beispiel die Korbmacher. Sie flochten Körbe für die Bauern und Winzer und handelten auch damit. Zu dieser Zeit wurden die Bornheimer auch als „die Körbe“ gehänselt (Bild: Korbmacher Heinrich Cattor mit Gertrud Cattor, um 1940).

Die Schmiede beschlugen die Pferde, fertigten Fassreifen und Beschläge für Türen und Fenster. Der Köhler lieferte die Holzkohle für die Esse. Durch den Nordostzipfel der Bornheimer Gemarkung führte früher der Köhlerpfad in den Essinger Wald. Heute ist er als Kälberpfad bekannt.

Die denkmalgeschützte "Wagnerei Messerschmitt"

Holz war der vorherrschende Baustoff für Haus, Hof und Landwirtschaft. Für Hausbau, die Inneneinrichtung und bäuerliche Gerätschaften wie Wagen, Karren, Pflug und Egge, Stiele für Hacken, Gabeln und Rechen, für Hotten und Fässer wurde Holz gebraucht. Im Jahre 1807 pflanzte die Gemeinde Bornheim im heutigen Gewerbegebiet 600 Akazienbäume. Das zähe Holz wurde unter anderem für die Herstellung von Radspeichen benötigt. Die „Wagnerei Messerschmitt“ ist gegenüber vom Rathaus zu sehen und steht heute unter Denkmalschutz (Bild: Die denkmalgeschützte „Wagnerei Messerschmitt“).

Noch 1926 gab es in Bornheim eine Bäckerei, zwei Spezereiwarenhandlungen (Gewürze, Zucker, Kaffee, Tee, Kakao, Tabak usw.), einen Schneider, drei Näherinnen, zwei Wagnereien, zwei Schreiner, einen Küfer, die Zimmerer und Holzhandlung Sommerauer, zwei Spenglereien, zwei Friseure, zwei Schuhmacher, einen Maler und den Korbflechter Heinrich Cattor. Im Nebenerwerb verdienten sich noch Metzger, Krautschneider, Milchhändler und Maurer ein Zubrot.

1953 entschied sich der Gemeinderat von Bornheim, wenig fruchtbares Land südlich der Bahnlinie als Gewerbegebiet auszuweisen. Diese Entscheidung sollte sich als Glücksfall für die Gemeinde erweisen. Aus einem verträumten Bauerndorf wurde innerhalb weniger Jahrzehnte eine wohlhabende Gemeinde.