Weg der Geschichte Bornheims

Bornheimer Gebäude - 1050 Jahre Spiegel der Ortsgeschichte

Eines der ältesten sichtbaren Gebäude ist die katholische Kirche St. Laurentius. Sie wurde als barocker Bau 1750 errichtet und in den Jahren 1880/81 im neuromanischen Stil überformt (Bild. Katholische St. Laurentius im Jahre 1899). Spätere Renovierungen und Erweiterungen folgten in der Mitte des 20. Jahrhunderts und um die Jahrtausendwende. Die Kirche steht auf den Fundamenten eines gotischen Vorgängerbaus; Teile davon, insbesondere die Sakristei, stammen vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.
Die protestantische Kirche wurde 1765 erbaut und ist ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Architektur des 18. Jahrhunderts. Sie zeichnet sich durch einen Dachreiter-Glockenturm und schlichte, helle Innenräume aus.

Das Rathaus steht im Zentrum des Dorfes und markiert den Wandel Bornheims vom kirchlich geprägten Straßendorf zur eigenständigen Wohngemeinde. Sein Ursprung liegt in einem Schulhaus des 19. Jahrhunderts – ein Hinweis auf die zunehmende Bedeutung kommunaler Selbstverwaltung und Bildung (Bild: Schulpause mit Lehrer Pressler vor heutigem Rathaus, damals Schule, vor 1940).
Die ehemalige Poststelle in der Hauptstraße war im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein wichtiger Kommunikationspunkt. Sie verband Bornheim mit der Region, bevor der moderne Telefonausbau und später digitale Kommunikation traditionelle Postfunktionen ersetzten.

Ein besonderes Gebäude ist das heutige Gasthaus „Lehrer Lämpel“ (Bild: Ehemaliges Schulhaus, heute Gasthaus „Lehrer Lämpel“): Es war früher das katholische Schulhaus und wurde 1826 errichtet. Ein neuer Besitzer eröffnete dort im Jahr 2000 das Gasthaus „Lehrer Lämpel“ am Max-und-Moritz-Platz. Der Platz wurde künstlerisch gestaltet und zeigt Figuren aus Wilhelm Buschs Bildergeschichte.
Andere Dorfbauten wie das Wachthäusel oder das Storchenzentrum mit Relief „Die Schöpfung“ prägen heute das Ortsbild und dokumentieren die Vielfalt historischer Funktionen.
Gasthäuser in Bornheim – Orte des öffentlichen Lebens
Bereits im 18. Jahrhundert besaß Bornheim mehrere Wirtschaften. Die ältesten namentlich bekannten Gasthäuser sind:
„Zur Kron“: 1769 wird die „gemeine Wirtschaft“ mit diesem Namen erwähnt. Sie war Gemeindeeigentum und wurde verpachtet.
„Zum Grünen Baum“: Ebenfalls 1769 belegt. Das Wirtshaus befand sich im Besitz des Schultheißen Welzenbach und war Ort für Leichenschmäuse und Versammlungen.

„Der Goldene Adler“: Im 19. Jahrhundert erwähnt. Hier kehrten Handwerker und Dorfbewohner nach getaner Arbeit ein (Bild: Wirtschaft „Zum Goldenen Adler“ 1927).
Die Wirtschaft „Zum Pflug“ ist belegt nach einer Rechnung über 17 Gulden aus dem Jahr 1831. Eine Inschrift und die Darstellung eines Pflugs auf einer Steintafel gab der Wirtschaft wohl ihren Namen.
Später wurde sie „Bornheimer Hof“ genannt, war aber auch noch lange im 20. Jahrhundert als Dorfgaststätte bekannt (Bild: Gasthaus „Zum Pflug“, später Gasthaus „Bornheimer Hof“).
Im 20. Jahrhundert prägten weitere Gaststätten das gesellschaftliche Leben Bornheims. Dazu gehörten unter anderem die „Weinstube Sommerauer“ gegenüber dem Saubrunnen und der Gastronomiebetrieb „Zur Weinlaube“ von Helmut und Uta Sommerauer die über viele Jahre hinweg als Dorfgaststätten genutzt wurden.