Weg der Geschichte Bornheims

Landwirtschaft in Bornheim - 1050 Jahre Landwirtschaft in Bornheim

Als sich die ersten Bürger in Bruneheim, so hieß Bornheim früher, niederließen, mussten sie sich selbst versorgen. Sobald das Dorf größer wurde und die Äcker mehr Menschen versorgen und außerdem der jährliche Zehnt an die Lehnsherren abgeführt werden musste, reichte die ursprüngliche Anbaumethode nicht mehr aus.
Ab dem 11. Jahrhundert setzte sich in der Südpfalz die Dreifelderwirtschaft durch. In einem dreijährigen Rhythmus wurden die Felder für Wintergetreide wie Roggen oder Dinkel, Sommergetreide wie Hafer und Gerste oder als Brache für die Viehweide genutzt. Der Boden konnte sich erholen und die Düngung durch die Tiere bereitete den Boden vor, um im nächsten Jahr wieder bepflanzt zu werden. In den Hausgärten wurden für die Eigenversorgung Bohnen, Erbsen, Linsen sowie Kohl und Rüben angebaut (Bild: Aufnahme von 1927, Alfred Baum vor seinem Anwesen Hauptstr. 21).

Noch im vorigen Jahrhundert war Bornheim ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Kartoffeln und Getreide waren die vorherrschenden Feldfrüchte. Der Kartoffelanbau ist in Bornheim für das Jahr 1760 nachgewiesen. Im 19. Jahrhundert war die Kartoffel das „Brot der armen Leute“ (Bild: Aufnahme 1943, Kinder helfen beim Heuwenden).
Ein weiterer Erwerbszweig war die Viehzucht. Pferde und Rinder, auch als Zugtiere, Schafe und Schweine, Ziegen und Hasen, Hühner, Gänse und Enten wurden zahlreich in Bornheim gehalten.
Die Feldarbeit war noch durch viel Handarbeit geprägt (Bild: Hermine Albrecht plagt sich 1945 mit dem Pflug). Zwar wurde der Pflug mit Pferden oder Ochsen gezogen, die Ernte erfolgte allerdings händisch mit der Sichel oder der Sense, das Getreide wurde zu Garben gebunden und zuhause mit dem Dreschflegel gedroschen. Ab 1913 kam mit der Elektrizität die Dreschmaschine ins Dorf, was das Dreschen des Getreides schneller und effizienter machte (Bild: Willi, Elli und Vater Georg Wambsganß).

Eine weitere Erleichterung kam Anfang der 1950er Jahre durch die Traktoren, welche sich sehr schnell durchsetzten.
Ende 1956 hatte Bornheim schon 15 Traktoren. Die luftgekühlten Bulldogs machten Pferd und Ochse durch ihre große Zugkraft immer mehr überflüssig (Bild: Getreideernte mit Hilfsmotor).
Die weitere Entwicklung der Technik mit Sämaschinen, größeren Pflügen und Mähdreschern sowie Pflanzenschutz und Kunstdünger beflügelte die Landwirtschaft. Die Hektarerträge haben sich hierdurch mehr als verdoppelt.