Weg der Geschichte Bornheims

Aktion PfalzStorch e.V. - Die Wiederansiedlung des Weißstorchs

Vergangenheit und Gegenwart

Die Wiederansiedlung des Weißstorchs

Der Weißstorch galt in der Pfalz jahrzehntelang als ausgestorben – zuletzt wurde 1973 eine Brut in Offenbach an der Queich nachgewiesen. Seit den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren setzten sich Naturschützerinnen und Naturschützer für seine Rückkehr ein. Die 1998 gegründete „Aktion PfalzStorch e.V.“ verfolgte seither das Ziel, den Weißstorch in der Kulturlandschaft dauerhaft wieder heimisch zu machen, was erfolgreich gelang. Noch immer betreibt sie Naturschutz und Umweltbildung, um eine lebenswerte Umwelt für Storch und Mensch zu erhalten. Die Initiative steht für „Naturschutz mit dem Storch“, getragen von Forschung, Umweltbildung und ehrenamtlichem Engagement.

Lebensraum und Wiesenbewässerung

Die Wiederansiedlung des Weißstorchs

Die Rückkehr des Weißstorches war nur möglich, weil sein Lebensraum gesichert wurde. Als Kulturfolger ist er auf extensiv genutzte Wiesen angewiesen, die reich an Nahrung sind. Besonders bedeutsam sind daher die Queichwiesen mit ihrer traditionellen Wiesenbewässerung. Dieses alte Verfahren schafft wechselfeuchte Bedingungen und fördert eine hohe Artenvielfalt. Heute können dort an manchen Tagen bis zu 400 Weißstörche beobachtet werden.

Storchenzentrum und Storchenscheune

Die Wiederansiedlung des Weißstorchs

Das Rheinland-Pfälzische Storchenzentrum in Bornheim ist Sitz der „Aktion PfalzStorch“. Die dortige Dauerausstellung vermittelt anschaulich die Biologie des Weißstorches, die historische und heutige Nutzung der Wiesen, die Bedeutung der Kulturlandschaft sowie den Mythos Storch.

Die Wiederansiedlung des Weißstorchs

Eine besondere Rolle spielt die Storchenscheune. Sie dient als Pflegestation für verletzte oder geschwächte Störche und macht die Verbindung von individueller Tierhilfe und Schutz der gesamten Population sichtbar. Gemeinsam stehen Storchenzentrum und Storchenscheune für gelebten Artenschutz und bieten als zertifizierter „LernOrt Nachhaltigkeit“ vielfältige Bildungsangebote.

Der Weißstorch in der Pfalz – Rückkehr und Schutz
Vom Verschwinden zur Wiederkehr
  • 1973: Zum letzten Mal wurde in der Pfalz eine Brut des Weißstorches nachgewiesen. Danach galt die Art in der Region als ausgestorben.
  • Ab 1997: In Bornheim begann ein gezieltes Wiederansiedlungsprogramm. Jungstörche wurden aus anderen Regionen in Volieren aufgezogen und nach einer Eingewöhnungszeit freigelassen. So lernten sie den Standort als neue Heimat kennen.
  • 1998: Mit der Gründung der „Aktion PfalzStorch e.V.“ erhielt das Vorhaben eine feste organisatorische Grundlage. Seither wird die Wiederansiedlung durch Forschung, Pflege und Umweltbildung dauerhaft gesichert.
  • Heute: Der Weißstorch hat sich in der Pfalz wieder etabliert. Eine stabile Population – also eine fortpflanzungsfähige Gruppe – lebt und brütet hier dauerhaft.