Weg der Geschichte Bornheims

Bornheimer Lebensart - 1050 Jahre Mode

Die Mode im Lauf der Jahrhunderte

Magarete, geb. Hirth und Adam Walter, um 1888 in Festkleidung

Die Kleider der südpfälzischen, somit auch der Bornheimer Landbevölkerung war im frühen Mittelalter (976 – 1500) eher zweckmäßig aus Wolle, Hanf und Leinen. Die Männer trugen über der Hose eine einfache Tunika oder einen Kittel, die Frauen knöchellange Untergewänder mit Überkleidern. Die Farben waren gedeckte Erdtöne, Grau und Braungelb. Kräftigere Farben waren dem Adel vorbehalten, um sich von der Landbevölkerung abzugrenzen.

Im 15. bis zum 18. Jahrhundert griff der Staat massiv in die Kleiderordnung ein, um soziale Stände voneinander abzugrenzen. Pfälzische Kleiderordnungen erlaubten Bauern nur ausgewählte Stoffe und Verzierungen. Im Alltag etablierte sich der Kittel als Standard für Männer, ergänzt durch Strohhüte als Sonnenschutz.

Das 19. Jahrhundert glänzte mit dem Aufkommen der Volkstrachten. Trachten dienten der regionalen Abgrenzung und wurden oft nur an Sonntagen getragen. In den Städten waren Kniehosen, Schnallenschuhe und der Gehrock typisch. Auf dem Kopf trugen die Männer den charakteristischen Dreispitz. Details der Kleidung konnten auch Rückschlüsse auf die religiöse Orientierung geben (Bild: Magarete, geb. Hirth, und Adam Walter, um 1888 in Festkleidung).

Die Mode der 1930er Jahre. Walter Geissert und August Hoffmann um 1938

Ab dem 20. Jahrhundert bis heute glichen sich die Kleidermoden immer mehr der städtischen an. Einerseits durch die technische Revolution, die lohnende Arbeit in der Stadt ermöglichte, andererseits durch die Wirtschaftswunderzeit nach den beiden Weltkriegen (Bild: Die Mode der 1930er Jahre. Walter Geissert und August Hoffmann um 1938).

Die Mode im Lauf der Jahrhunderte

Als klassenlos etablierte sich die Jeans, 1873 in den USA patentiert, welche sich in den 1950er Jahren zuerst bei den Jugendlichen großer Beliebtheit erfreute. Schon nach kurzer Zeit setzte sich die Jeans in ihrem Indigoblau in allen Gesellschaftsschichten durch.

Eine weitere Revolution bedeutete die Entwicklung der Kunstfaser. Die Viskose wurde zwar schon 1884 von Hilaire de Chardonnet patentiert, war aber nur halb synthetisch, da der Ursprung aus Holzfasern besteht.

Der Durchbruch kam 1935 mit dem von DuPont entwickeltem Nylon. Die daraus entwickelten Nylonstrümpfe lösten einen beispiellosen Boom aus. Die Kunstfasern demokratisierten die Mode, da sich auch die unteren Einkommensschichten mit preiswerten Kleidern versorgen konnten.