Aus der Geschichte Bornheims

Das Bornheimer Wachthäusel - vom Nachtwächteramt zum Dorfmittelpunkt
Die Gemeinde Bornheim beschloss im Jahr 1834 den Bau eines Wachthauses im Stil eines kleinen griechischen Tempels, das 1835 in Dienst gestellt wurde.
Hinter dem überdachten Vorplatz lag eine Wachtstube mit einem Ofen und dahinter eine kleine Arrestzelle, die jedoch nur selten gebraucht wurde.
1868 ließ die Gemeinde das Wachthaus nach Osten hin erweitern, um eine neue Feuerspritze unterzustellen. Dabei wurde das Dach um 90°in West-Ost-Richtung gedreht, wie es heute noch steht.
1914 wurde das Nachtwächteramt mit Beginn der Straßenbeleuchtung abgeschafft. Danach nutze nur noch die Feuerwehr das Wachthaus für die Feuerspritze.
1940 wurde das Wachthaus der Bornheimer Milchlieferungsgenossenschaft zur Verfügung gestellt. Nachdem die Milchsammelstelle aufgelöst wurde und die Feuerspritze 1971 im neu gebauten Feuerwehrgerätehaus untergebracht wurde, stand das Wachthausleer und drohte zu verkommen.
Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden!“ wurde 1990 die Außenfassade hergerichtet. Innen war das Wachthäusel aber ein Rohbau ohne Installationen.
Erst ab Mitte der 1990er-Jahren erhielt das Wachthäusel eine neue Aufgabe.
1995 nutze es der Kindergarten für einen Kerweausschank. Dann schlugen der Kindergartenleiter, Michael Feldmann, und eine Gruppe von Kindergarteneltern der Gemeinde vor, das Wachthäusel in den Innenräumen so umzubauen, dass es dauerhaft für alle Bornheimer nutzbar wird.
Der damalige Bürgermeister Dieter Hörner und der Gemeinderat stimmten dem Bauvorhaben zu, falls ein Drittel der Baukosten durch die Arbeitsleistung eines Vereinsgetragen wird.
Daraufhin wurde der Freundeskreis „Die Wachthäusler“ e.V. am 13.11.1995 gegründet, dessen Mitglieder in 1997 und 1998 in über 3.600 Arbeitsstunden den Aus- und Umbau stemmten.
Die Übergabe des Wachthäusles an den Verein erfolgte am 4.9.1998.
Seitdem nutzt der Verein das Wachthäusel für öffentliche Veranstaltungen, Kultur-Events und Weiterbildungen.
Die Satzung sieht als nicht alltägliches Ziel vor, Einrichtungen und Gemeinschaften sowie hilfsbedürftige Personen durch Spenden aus Einnahmen von Veranstaltungen zu unterstützen.
Das Wachthäusel steht damit beispielhaft für den Wandel vom Ort der Kontrolle und Verwahrung zu einem lebendigen Treffpunkt des Dorfes.